Sommer bedeutet Urlaubszeit. Doch bevor es losgeht, müssen die Koffer gepackt werden. Für einen Diabetiker gestaltet sich das in der Regel ein bisschen komplizierter als für einen Nicht-Diabetiker. Die Hälfte des Koffers plane ich jeweils für die Diabetes-Utensilien ein. Ich fliege für ein verlängertes Wochenende nach Barcelona? Okay, für diese Zeit benötige ich ein halbes Reservoir mit Insulin und einen Katheter. Also packe ich drei Reservoirs (falls zwei kaputtgehen), 10 Katheter (für alle Fälle), drei Ersatzbatterien, fünf Schläuche, Notfall-Pen, Einweg-Spritzen, Messgerät und Ersatz-Messgerät, 200 Teststreifen (falls ich einige aus Versehen auf den Boden fallen lasse) und eine Monatsration Traubenzucker ein, damit auch wirklich nichts schief gehen kann.
Später am Flughafen habe ich Herzklopfen während ich durch die Sicherheitskontrolle gehe. Meistens klappt alles problemlos. Gibt es trotzdem einen Alarm, kann ich mich beim Abtasten auf einen Rüffel des Flughafenpersonals gefasst machen. Warum ich denn nicht gesagt hätte, dass ich Diabetikerin bin und eine Insulinpumpe trage? Ich weiss es doch auch nicht. Möglicherweise weil es in 90 % der Fälle keinen interessiert. Wenn ich dann am Ziel angekommen bin, kann ich endlich meinen Urlaub geniessen. Doch schon bald kommt das nächste Problem. Wie viel Insulin berechne ich für meine drei Runden am Frühstücksbuffet jeden Morgen? Oder für die Fressorgie beim «Sushi – All you can eat»? Dass ich mich beim Essen im Ausland eigentlich immer ziemlich verschätze, ist zwar mühsam, vermutlich jedoch auch ein bisschen nachvollziehbar. Aber solange der Blutzucker an den restlichen Tagen im Jahr im Lot ist, gibt es doch noch keinen Grund zur Panik. Oder? 😉

Autor: Svenja Rimle