Es war an einem schönen Frühlingstag. Nichtsahnend und topmotiviert schwang ich mich auf mein Fahrrad, um ins Fitnessstudio zu fahren. Wie immer deponierte ich meine Insulinpumpe in meiner Tasche auf der Garderobenbank und absolvierte mein Unterkörpertraining. Total ausgepowert und verschwitzt kehrte ich in die Umkleide zurück und vernahm sofort ein eigenartiges Geräusch. Es war laut und der Klang erinnerte mich an das Martinshorn eines Krankenwagens. «Was zum Kuckuck kann das bloss sein?» fragte ich mich und konnte mir die Frage gleich selbst beantworten, als ich einen Augenblick später meine Insulinpumpe in der Hand hielt. Keiner der Knöpfe und auch keine der – mir bekannten – Tastenkombinationen liessen den Alarm verstummen. Total überfordert und mit neugierigen Blicken gemustert liess ich das Gerät unter meinen Sportutensilien verschwinden und verliess so schnell wie möglich das Gebäude. Zu Hause angekommen erfuhr ich von der Pumpenfirma, dass der Alarm bedeute, dass die Pumpe defekt sei und sie schickten mir innerhalb weniger Stunden einen Notfallkurier mit einem Ersatzapparat vorbei. Trotzdem möchte ich mit dieser Geschichte an die Pumpenhersteller appellieren, bei der nächs­ten Generation einen nicht ganz so aufmerksamkeitserregenden Alarm einzubauen oder wenigstens eine Möglichkeit, diese Sirene abschalten zu können. Denn ganz ehrlich: Aufmerksamkeit bekommen wir Diabetiker auch so schon genug …

Autor: Svenja Rimle