Autor: Kirsten Khaschei, ISBN: 978-3-411-75643-8 / Format: 14,8 x 21,0 cm, Seiten: 144, Marke: Duden / Erscheinungsjahr 2019. Im Buchhandel erhältich

Die Rollen von Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten verändern sich zusehends. Während früher die Ärzte als Halbgötter in weiss erlebt wurden, denen man still gehorchte, stellen die heutigen Menschen vermehrt Fragen und informieren sich auch ausserhalb der Arztpraxis über ihre Krankheiten und Beschwerden.

Menschen, die krank sind, haben ein grosses Informationsbedürfnis. Sie möchten mehr über ihren Gesundheitszustand erfahren und besser verstehen, was hilft.
Eine gute Möglichkeit für einen Informationsaustausch ist das Arztgespräch. Hier schildert man möglichst genau seine Beschwerden und/oder die Entwicklung des Gesundheitszustandes. Gleichzeitig nimmt sich der Arzt oder die Ärztin Zeit, um dem Patienten seine Diagnose, Prognose und Therapie zu erläutern.
Die Diplom-Psychologin Kirsten Khaschei hat einen Ratgeber geschrieben in dem sie aufzeigt, wie hilfreiche und klärende Gespräche in der Hausarzt- oder Spezialpraxis und in der Klinik gelingen.

Der Ratgeber ist in mehrere Kapitel gegliedert:

Die Rolle als Patientin oder Patient
Im Gespräch ist man in der Regel krank und es geht einem körperlich nicht immer gut, man fühlt sich hilflos und muss über unangenehme oder belastende Dinge sprechen. Zudem erhofft man sich vom Gegenüber Hilfe.
Zunächst sollte man sich Gedanken machen, was genau man von Arztgespräch erwartet. Dies erfordert Eigenverantwortung, damit der eigene Handlungs- und Gesprächsrahmen klarer wird. Dazu gehört unter anderem, dass man die Besuche strukturiert und plant, klare Fragen stellt, mit Informationen umgehen kann, im Gespräch selbst mitschreibt und sich schlussendlich an die medizinischen Ratschläge und Behandlungspläne hält.
Dies alles heisst nicht, dass man der perfekte Mensch sein muss, der alles im Griff hat. Schliesslich ist man krank und kann und darf nicht alle Aufgaben erfüllen. Es darf auch angesprochen werden, dass es einem nicht gut geht und man Zweifel hat. Es gibt keine falschen Fragen. Zu einem Gespräch darf auch immer eine Begleitperson mitgenommen werden.

Das gute Gespräch
Ein gutes Gespräch ist die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander. Dies gelingt besser, wenn man als erstes gegenüber sich selber und gegenüber dem Gesprächspartner geduldig, respektvoll und freundlich ist. Zudem ist eine sorgfältige Vorbereitung zu den eigenen Gefühlen, Gedanken und Fragen wichtig. Hilfreich ist es, sich Notizen zu machen. Zu Hause kann man sich vielfach nicht mehr an alles erinnern. Manchmal läuft das Gespräch leider nicht so, wie es sollte. Hier braucht es Mut, dies anzusprechen.

Weiter Kapitel sind für Gespräche in Hausarzt- oder Spezialpraxen und Kliniken aufgeführt. Auch hier geht es im Wesentlichen darum, Eigenverantwortung zu übernehmen und Fragen zu stellen. Sobald etwas nicht verstanden ist: nochmals nachfragen. Und falls es bei allem guten Willen nicht harmoniert: es darf auch einmal ein Wechsel in eine andere Artzpraxis oder zu einem anderen Gegenüber erfolgen.
In diesem Ratgeber geht es darum, Medizin auf Augenhöhe zwischen Patient/in und Arzt/Ärztin zu leben, die Gespräche mit offenen Ohren, verständlicher Sprache, genügend Zeit und liebevollem Herzen führen. Es werden viele Tipps und Gedankenanstösse dazu gegeben.

Autor: Andrea Merkel-Hoek , eidg. dipl. Apothekerin ETH/ MPH