Die wunderbaren Sommertage sind längst wieder da. Wie oft habe ich mich im vergangenen langen Winter danach gesehnt. Das Leben ist im wahrsten Sinne des Wortes leichter ohne die dicken Mäntel, Jacken und die schweren Stiefel. Ich liebe die langen Abende, an denen man draussen sitzen bleiben kann, ich bin eine begeisterte Schwimmerin im Freibad oder gar im Rhein und ich mag Fussballspiele ohne läs­tige Jacken.
Dennoch hat sich in den vergangenen heissen Sommertagen ein Problem gezeigt, das ich früher so nicht gekannt habe. Wenn es in Basel wirklich warm ist – und es kann hier über längere Zeit sehr heiss sein – dann habe ich ein Problem, meine Unterzuckerungen zu erkennen. Es kann mir passieren, dass ich schweissgebadet vor meiner Klasse stehe und nicht einschätzen kann, ob nun eine ausserordentliche Blutzuckermessung nötig ist. Ich leide unter der Hitze und bin unsicher, wie es mir geht. Auch nachts kann es geschehen, dass ich verschwitzt erwache, sofort meinen Blutzucker messe und erstaunt einen erhöhten Wert ablese.
Mein verlässliches Warnsystem, der kalte Schweiss, funktioniert an warmen Sommertagen nicht. Das ist unangenehm!
Leider schwitze ich in letzter Zeit vermehrt, auch an Tagen mit ganz normalen Temperaturen. Dies hat wohl mit meinem Alter und mit meinen Hormonen zu tun. Bei jedem Wärmegefühl mit Schweissbildung bin ich verunsichert, konnte ich mich doch jahrelang auf mein Warnsystem verlassen. So bleibt mir nichts anderes übrig, als regelmässig und lieber einmal mehr meinen Blutzuckerwert zu messen.
Und ich weiss genau: auch in diesem Jahr geniesse ich jeden einzelnen Sommertag!

Autor: Barbara Jaccoud Lauffer