Beim Day of Innovation in Bern stand der Austausch zwischen Forschung, Praxis und Technologie im Mittelpunkt.

Am 5. November 2025 fand im siteminsel in Bern der diesjährige Day of Innovation des Diabetes Center Berne (DCB) statt, ein ganzer Tag im Zeichen von Forschung, neuen Technologien und gemeinsamer Visionen für die Zukunft der Diabetesversorgung. Im Mittelpunkt stand die DCB Open Innovation Challenge 2025, ein internationaler Wettbewerb, mit dem das Diabetes Center in Bern jedes Jahr Unternehmen und Forschungsteams unterstützt, die neue Lösungen im Bereich Diabetestechnologie entwickeln. Dieses Jahr wurden 54 Projekte eingereicht, fünf davon schafften es ins Finale und durften ihre Ideen live auf der Bühne präsentieren. Ebenso wurde den Finalist:innen vorab ermöglicht, sich und ihre Projekte Ende Oktober am international renommierten Diabetes Technology Meeting in San Francisco vorzustellen. Am Ende überzeugte das Start-up Alva Innovations aus den USA die Jury mit einer einfachen, aber sehr wirkungsvollen Idee: einem winzigen Filter, der, in das Infusionsset einer Insulinpumpe eingesetzt, sogenannte Insulinfibrillen auffängt. Diese Fibrillen können das Infusionsset verstopfen und Okklusionen bilden, haben aber auch die Tendenz eine lokale Entzündung an der Infusionsstelle zu verursachen. Mit dieser Technologie will Alva Innovations die Zuverlässigkeit von Insulinpumpen verbessern, die Tragedauer von Infusionssets deutlich verlängern und damit den Alltag für Menschen mit Diabetes sicherer und bequemer machen. Für seine Idee erhielt das Unternehmen den ersten Preis der Challenge, dotiert mit 100000 US-Dollar, bestehend aus finanzieller Unterstützung und fachlichem Coaching durch ein Team von Expert:innen am DCB.

Vom Start-up-Abend zum Tag der Innovation

Erstmals wurde die bisherige Start-up Night zu einem ganztägigen Day of Innovation erweitert. Ziel war es, den Austausch zwischen den verschiedenen Akteur:innen noch stärker zu fördern. Denn Innovation entsteht oft dort, wo sich unterschiedliche Perspektiven begegnen, zwischen Forschung, Praxis, Industrie und den Menschen, die mit Diabetes leben. «Wir wollten zeigen, dass hinter jeder Technologie echte Geschichten stehen, von Menschen mit Diabetes, Ärzt:innen, Gründer:innen und Forschenden, die an Lösungen arbeiten, die den Alltag mit Diabetes erleichtern», erklärte Derek Brandt, CEO des DCB. Das Programm bot eine abwechslungsreiche Mischung aus Präsentationen, Diskussionen und Begegnungen: Die fünf Finalisten Alva Innovations, Neuraura, SynchNeuro, Diawiser und MEMS MicroPump Module präsentierten ihre Projekte live auf der Bühne. Expert:innen aus Forschung und Industrie, darunter Vertreter:innen des DCB, von siteminsel und CSEM, gaben Einblicke in aktuelle Entwicklungen. In einer Showcase-Session stellten ehemalige Teilnehmende wie T1D1, SNAQ, Piomic, MYNERVA, GO-Pen und AlveoliX ihre Fortschritte und Markterfolge vor. Regierungsrat Christoph Ammann und Prof. Giovanni Maio sprachen über die Bedeutung von Innovation und Ethik im Gesundheitswesen. Abgerundet wurde der Tag durch zahlreiche Austauschmöglichkeiten.

Fünf Jahre DCB Open Innovation Challenge

Die DCB Open Innovation Challenge wurde 2020 ins Leben gerufen. Ziel ist es, innovative Ideen im Bereich Diabetestechnologie zu fördern und jungen Unternehmen den Weg in die klinische Praxis zu erleichtern. In den vergangenen fünf Jahren hat das DCB viele Start-ups begleitet, von der frühen Konzeptphase bis hin zEinige dieser Unternehmen sind heute erfolgreich im internationalen Markt, andere stehen kurz vor der Zulassung ihrer Produkte. «Es hat uns sehr gefreut, zu sehen, wie viele ehemalige Teilnehmende heute mit ihren Ideen echten Nutzen für Menschen mit Diabetes schaffen», sagt Ema Grabenweger, Innovation Managerin am DCB und verantwortlich für die DCB Open Innovation Challenge. «Genau darum geht es uns: Potenzial zu erkennen, zu fördern und gemeinsam weiterzuentwickeln.»

Gewinner mit Zukunft

Mit seiner Filtertechnologie zielt Alva Innovations darauf ab, ein häufiges Problem in der Insulinpumpentherapie zu reduzieren: Ablagerungen, sogenannte Insulinfibrillen, die sich im Verlauf der Nutzung bilden und die Infusionssets beeinträchtigen können. Die von Alva entwickelte «just-in-time filtration platform» soll diese Fibrillen während der Pumpentherapie herausfiltern. Dadurch könnte die Lebensdauer der Infusionssets verlängert und die Haut an der Einstichstelle geschont werden, ohne die Handhabung der Pumpe zu verändern. Wenn sich die Technologie in der Praxis bewährt, hätte sie das Potenzial, die Zuverlässigkeit von Insulinpumpen zu erhöhen und den Alltag von Menschen mit Diabetes langfristig zu erleichtern.

Geplante Insulinkonferenz 2026

Auch nach dem Event bleibt das DCB engagiert: Die Finalistenteams werden weiterhin begleitet mit wissenschaftlicher Expertise, klinischer Erfahrung und einem starken Netzwerk aus Forschung, Gesundheitswesen und Industrie. Ebenso geht der Austausch weiter: Bereits im kommenden Jahr lädt das Diabetes Center Berne zur eintägigen Insulin Insight Konferenz 2026 nach Bern ein, mit vielseitigen Einblicken und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um das Thema Insulin.

AutorIn: Sunjoy Mathieu