Zwetschgen

Zu Zwetschgen und Pflaumen gehören auch die ihnen nah verwandten Mirabellen und Reineclauden, die leider nur noch selten auf Wochenmärkten zu finden sind. Sie alle haben von Ende Juli – je nach Sorte – bis Mitte Oktober Saison. Und sie alle gehören zur Familie der Rosaceen, der Rosengewächse, zu denen auch die Schlehe und der Schwarzdorn in unseren Hecken und Wäldern gehören.

Der Pflaumenbaum (prunus institia) ist in unserer Gegend seit der Römerzeit bekannt. Vermutlich lernten die Römer seine Früchte im 1. Jahrhundert v. Chr. kennen, als Pompeius der Grosse nach seinem Sieg über Mithridates von Pontos den Baum von Kleinasien nach Italien mitbrachte.
Der Zwetschgenbaum (prunus domestica) stammt vielleicht ebenfalls aus Kleinasien. Wegen dem englischen Namen «damask plume» (prunus syriaca) vermutet allerdings der Etymologe Klages, dass ­Damaskus resp. Palästina-Syrien das Ursprungsland des Zwetschgenbaums sei, eventuell sogar das noch weiter entfernte Turkestan. Zwetschgen gelangten jedenfalls erst vor rund 600 Jahren nach Mitteleuropa; durch die Magyaren und via Ungarn.

Tabelle der Inhaltestoffe von ZwetschgenHeute findet man Zwetschgen und Pflaumen und eine ganze Anzahl sehr gelungener Kreuzungen bis weit in die Alpen hinauf: Bühler, Fellenberg, Hauszwetschgen, Elena … sind die bekanntesten. Die Organisation «Fructus» hat darüber hinaus noch zahlreiche alte Pflaumen- und Zwetschgensorten aufgespürt, von Belle de Paris, Mirabelle von Flotow bis Schöne von Löwen und viele mehr.
Zwetschgen und ihre Verwandten sind frisch nicht sehr lange haltbar; man geniesst sie am besten bald nach dem Pflücken. Sie eignen sich aber auch ausgezeichnet zum Tiefkühlen – halbiert und entsteint – zwecks Wähen und Kompott im Winter; oder zum Einkochen von Konfitüre.

Drei besondere neue Rezepte damit hat Brigitte Aeberhard heute für uns kreiert (Zwetschgensalat mit gebratenem Gruyère AOP / Mandelcrêpes mit Zwetschgen / Zwetschgen-Tomatensuppe).

Autor: Myrtha Frick