Für gut die Hälfte der Menschheit ist Reis das wichtigste Nahrungsmittel. Es gibt mehr als 10 000 Reissorten auf der ganzen Welt. Was wir kennen und im Handel finden, ist ein ganz winziger Teil davon.

Gib dem Hungrigen von Deinem Reisund dem Traurigen von Deinem Herzen (aus China)

Diverse ReissortenDie Reispflanze gehört – wie Weizen, Hafer, Gerste und Hirse – zur Familie der Getreidegräser. Reis ist aber ein tropisches Getreidegras (Oryza sativa) und stammt aus Südostasien. Die Kultivierung begann vor rund 10 000 Jahren in Japan und China. Die heutigen Erträge sind den Bemühungen von Generationen von Reisbauern zu verdanken. Heute wird Reis rund um die Erde in tropischen und subtropischen Gebieten angepflanzt. Wenn die Reisfelder fast immer unter Wasser stehen, kann man mit zwei bis drei Ernten im Jahr rechnen.
Die wichtigsten Produzenten sind heute – nach China und Japan, die ihre Reisernten fast ausschliesslich selber benötigen und kaum exportieren – Thailand, Vietnam, USA, Indien und Pakistan. Doch Reis gedeiht auch in Europa, am Kaspischen Meer, in der italienischen Poebene, in Spanien, Frankreich – sogar bei uns im Maggia-Delta wird der Riso Nostrano, eine Kostbarkeit, angebaut.
Das Reiskorn enthält Kohlenhydrate, die Reisstärke, ferner Mineralstoffe und Vitamine. Es gibt Rund-, Mittel- und Langkornreis. Herkunft und Behandlung spielen bei Vorlieben und Qualität eine Rolle: Naturreis, Vollreis, Wildreis, Parboiled-Reis, Basmati-Reis; selbst schwarzen Reis gibt es. Er soll ursprünglich aus China stammen und dem Kaiser vorbehalten gewesen sein. Und wo die Reiskulturen ihren Ursprung haben, gibt es auch den Sake, das alkoholische japanische Nationalgetränk, das 12.5% Alkohol enthält.
Reis gilt als das leichtest verdauliche Getreide. Wir bevorzugen Parboiled-Reis, da Vitamine und Mineralstoffe darin erhalten bleiben; Vollreis, der ebenfalls die wertvollen Inhaltsstoffe behält, oder Basmati-Reis, der körnig bleibt und nicht klebt. Obwohl sie heute praktisch verschwunden ist, sei an die Vitamin-B1-Mangelkrankheit Beriberi (eine Muskel- und Nervenschwäche) erinnert. Sie trat früher häufig wegen der einseitigen Ernährung mit geschältem Reis, vor allem in Reisanbaugebieten auf.
So wie es unzählige Reissorten gibt, gibt es auch Hunderte von Zubereitungsarten: vom chinesischen klebrigen oder mit Ei gebratenem Reis, dem indonesischen NasiGoreng, dem persischen Chelo mit Joghurt, dem afghanischen Reis mit Pinienkernen und Rosinen bis zu diversen türkischen Pilaws, italienischen Risotto-Variationen, der spanischen Paella und schliesslich bis zu unserem heutigen Himbeer-Chili-Risotto.

Autor: Myrtha Frick