$$$TAUCHBOOT AM £sTRAND

Als ich vor 20 Jahren im Alter von 34 Jahren die Diagnose Diabetes Typ 1 gestellt bekam, war ich hobbymässig eine begeisterte Taucherin. Zuerst dachte ich, dass ich wohl kaum mehr in die grandiose Unterwasserwelt abtauchen werde. Doch bereits ein paar Monaten später war ich wieder in Ägypten am Tauchen. Mein Diabetologe hat mich dabei voll unterstützt. Mit dem Basis-Bolus-System war das Handling am Anfang etwas komplizierter – mit der Insulinpumpe ist es jetzt einfacher geworden.

Für mich gibt es ein paar Dinge zu beachten: Erstes Gebot: Nie Tauchen, wenn man sich unwohl fühlt!

Reisevorbereitung:
– Ärztliches Attest für den Zoll
– Ärztliches Attest für die Tauchbasis
– Reservepumpe
– Genügend Utensilien zum Blutzucker messen und für die Pumpe
– Kühlbox (in warmen Ländern)
– Genügend Insuline
– Notfallnummern (Hausarzt, Pumpe, Rega, Krankenkasse, Reiseversicherung)
– Traubenzucker – für unter Wasser eingeschweiss­te Rosinen. Ich habe immer eingeschweisste Rosinen im Tauch­jacket mitgenommen. Im Schwimmbad habe ich geübt, sie zu öffnen und zu essen. Ich habe sie aber nie gebraucht beim Tauchen. Sie gaben mir aber Sicherheit.

Transport und Lagerung der Insuline:
– Immer im Handgepäck transportieren.
– Beim Tauchen in der Kühlbox (speziell für Insuline) oder im Friopack (gefüllt mit Perlen, die man im Wasser aktiviert und die dann über Tage das Insulin kühl halten) lagern.

Eine solide Tauchbasis aussuchen:
– Das schafft Vertrauen und erspart Stress.
– Eine sorgfältige Aus- und Weiterbildung in Sachen Tauchen ist für jedermann, aber besonders für den Diabetiker, unerlässlich.

Ein zuverlässiger Tauchpartner,
dem man voll vertraut und der weiss, was zu tun ist in Notfallsituationen. (Informationen über den Diabetes und das Abmachen einer klaren Zeichensprache unter Wasser sind lebenswichtig.)

Vor jedem Tauchgang:
– Bin ich fit genug?
– Viel Trinken
– Genügend essen
– Kein Alkohol
– Blutzucker messen: CAVE nicht zu tief einstellen – die Bewegung, das kühle Wasser und eventuelle Strömungen brauchen Energie.
– Pumpe abnehmen und richtig lagern.

Beim Tauchen:
Je mehr Erfahrung – desto weniger Stress – desto weniger Gefahr von Hypos.

Nach dem Tauchen:
– Pumpe wieder anschliessen
– BZ messen
– Eventuell nachspritzen oder, wenn nötig, etwas essen.

Wenn ich diese Punkte konsequent beachte, kann ich entspannt abtauchen und gesund wieder auftauchen. Meine Tauchurlaube geniesse ich in vollen Zügen! Gut Luft!

(Siehe auch Artikel: Tauchen mit Diabetes)

Autor: E. Stillhart